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Diabetes und Sicherheitskontrollen

Immer wieder kurz vor einer Reise stellt man sich die Frage: Wie läuft das mit dem Insulin und der Insulinpumpe bei den Sicherheitskontrollen am Flughafen, bei Veranstaltungen oder den diversen anderen Kontrollen.

In den letzten Jahren habe ich einige Sicherheitskontrollen passiert, sei es auf Flughäfen, bei den Vereinten Nationen in New York oder dem königlichen Palast in Bangkok. Bei allen durfte man durch diese netten Metalldetektoren gehen, oft piept es dann oder auch nicht. Denn eines musste ich feststellen, die Pumpe löst den Alarm nicht immer aus.

Sicherheitskontrolle
Ganz allgemein sehe ich diese Kontrollen relativ gelassen, ich habe nichts Verbotenes bei mir und deshalb auch nichts zu befürchten. Auf Flugreisen habe ich mein Insulin sowie meine Katheter und co für die 2 bis 4 Tage immer im Handgepäck. Das Insulin für die Pumpe als auch die Ersatz-Pens (FlexPen ®) immer in meiner Tasche mit den anderen Medikamenten wie Aspirin und Pflaster (was man so auf Reisen braucht). Alles bleibt bei der Kontrolle im Rucksack und geht aufs Band, ich packe nichts extra aus oder habe das Insulin in einem Plastikbeutel. Dies hat auch noch niemanden gestört; ging alles problemlos durch.
Es wird immer empfohlen ein Diabetiker-Ausweis oder ein Medical-Certificate für das Insulin und die Pumpe vom Arzt dabei zu haben. Dies hatte ich auch die ersten Jahre, doch seit 4 oder 5 Jahren nicht mehr. Ich wurde noch nie nach einem solchen Dokument gefragt oder musste irgendetwas nachweisen.
Bei den Personenkontrollen verhalte ich mich wie jeder andere auch, alles aus den Hosentaschen und den Gürtel etc geht auf das Band - bis auf meine Pumpe die lasse ich immer am Körper bzw. in der Hosentasche. Meist deutet der/die freundliche/r Sicherheitsbeamte/in auf meine Hosentasche und möchte das ich die Pumpe auch dazu lege. Dann zeige ich kurz die Pumpe und erkläre das es sich um eine Insulinpumpe handelt, dies reicht zu 95% auch und ich werde durch den Metalldetektor gewunken.
Wie oben schon gesagt ist die Pumpe kein Garant das man auch das nette Piepen auslöst, es ist eine 50:50 Chance nach meinen Erfahrungen, daraus schließe ich das die Geräte entweder unterschiedlich eingestellt sind oder diese auch mal ohne Grund auslösen.
Bei den restlichen 5% muss ich die Pumpe dann doch etwas länger zeigen und wiederholt anmerken des es eine Insulinpume ist, welche es medizinisches Gerät ist und mit meinem Körper verbunden ist (meist verbunden mit einem Fingerzeig auf den Schlauch).
Bei den manuellen Kontrollen, wenn es doch mal wieder piepte, wird meist neugierig gefragt was das sei und ob es weh tun würde. Ich glaube daran muss man sich als Pumpenträger irgendwie gewöhnen. Je nach Laune und Zeitdruck gibt es dann eine kurze Erklärung. Damit liegt dann auch die Kontrolle hinter einem und man kann zum Gate gehen bzw. das genießen was hinter der Kontrolle liegt.

Zusammen gefasst kann ich sagen das die Kontrollen für uns Pumpenträger nicht schwieriger/komplizierter sind als für jeden anderen auch. Mit etwas Routine kann man der Kontrolle auch mit einer gewissen Gelassenheit begegnen und mit einem freundlichen Lächeln, denn die Menschen auf der anderen Seiten machen auch nur ihren Job. Eine Insulinpumpe ist nichts Unbekanntes mehr und ist den meisten Sicherheitsbeamten (weltweit) bekannt.
Es kann aber auf keinen Fall schaden solch ein "Medical-Certificate" dabei zu haben, ggf. auch in der Landessprache je nach Zielland.

Zum Abschluss noch eine kleine Geschichte aus Bangkok bei der Kontrolle, um in den Wimanmek-Palast zu kommen:
Vor der Sicherheitskontrolle muss man alle Taschen, Kameras, Handys in Schließfächer einschließen, dies wird genau vom Sicherheitspersonal beobachtet. Als ich alles ins Schließfach legte bis auf meine Pumpe in der Hosentasche kam schnell jemand zu mir und deutete auf die Hosentasche mit den Worten "Everything Please". Also nahm ich die Pumpe aus der Hosentasche und zeigte sie ihm mit den Worten "It's an Insulinpump - a medical device". Er beharrte darauf das ich sie zu meinen Sachen ins Schließfach legen sollte. Als ich mich dann mehrmals wiederholte und auch auf den Schlauch zeigte bis hin zum Katheter, wurden weitere Kollegen dazu gerufen und schauten nun auf die Pumpe. Einer der neuen Kollegen verstand dann irgendwann meine Erklärungen das ich Diabetes hätte und dies eine Insulinpume sei und begleitete mich dann an der Sicherheitskontrolle vorbei bis zum Eingang des eigentlichen Palastes. Auf dem Weg deutete er kurz auf das Herzschrittmacherzeichen bei der Sicherheitskontrollen und lächelte mich kurz an. Am Ende wurden mir so rund 10 Minuten warten in der Schlage bei der Sicherheitskontrolle erspart und ich konnte mit einem lächeln mir den Palast anschauen.

Meine Erfahrungen beruhen auf den Erfahrungen an folgenden Flughäfen: Frankfurt, Hamburg, Berlin, Kopenhagen, New York, Zagreb, Wien, Bangkok, Chiang Mai, Dubai, Luxemburg sowie bei den Einlasskontrollen in die New Yorker Sehenswürdigkeiten (Vereinte Nationen, Rockefeller Center, Empire State Building, ...) und denen in Bangkok. Alle Kontrollen mit der Accu-Check® Spirit oder der Paradigm® 722

Bildquelle: 

Dieter Schütz / pixelio.de