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Kategorien: Erfahrungen
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Mutter-und-Kind-Kur und Diabetes



Im Frühjahr beantragte ich für meine Tochter und mich eine Kur. Nach langen Überlegungen, was für eine Kur in Frage kommt, entschied ich mich für eine traditionelle Mutter-und-Kind-Kur. (Bei einer Mutter-Kur hätte ich zwar die höchste Chance auf Erholung, aber leider keine adäquate Betreuung für mein Kind zuhause. Eine reine Diabetes-Kinder-Kur würde u. U. bedeuten, dass mir jemand in meinem Diabetes-Management herumwuselt!!) Die Krankenkasse entschied recht schnell und umkompliziert. Die Kur war in erster Linie auf psychische und psychosoziale „Störungen“ wie chronische Erschöpfungszustände, allgemeine oder familiäre Überlastung und/oder partnerschaftliche Problematiken, Erziehungsschwierigkeiten ausgelegt. Zuerst einmal fragte ich mich schon, was ich da sollte. Die Einrichtung machte zwar einen guten Eindruck, lag direkt an der Ostsee und gefiel uns gut. Von Diabetes war allerdings nichts zu lesen, außer dem Hinweis, dass es Diabetes-Diät gab. Bei der Beantragung der Kur wiesen wir ausdrücklich darauf hin, dass wir eine Kureinrichtung mit Diabetes-Erfahrung haben wollten.
Egal! Wir fuhren zur Kur und ich rüstete mich mit allem, was ein Diabetiker für 3 Wochen so braucht. Im Nachhinein betrachtet war es eine schöne Zeit. Wir haben uns prima erholt!
Letztendlich habe ich mich zwar wie zuhause rund um die Uhr um mein Kind gekümmert. Da sie immer noch starke Blutzuckerschwankungen hat, kommen wir um eine nächtliche Messung nicht umhin. Von daher war das natürlich keine Entlastung für mich, da die Nächte weiterhin unterbrochen wurden. Da mein Mann zuhause abends die Messungen und die Nachtspritze übernimmt, was mir ermöglicht, auch mal früher ins Bett zu gehen, war ich in diesem Punkt natürlich zusätzlich „belastet“.
Schön war natürlich, dass ich drei Wochen nicht einkaufen und kochen musste. Die Küche hat sich große Mühe gegeben, uns gerecht zu werden. Meine Tochter bekam zu jeder Mahlzeit eine abgepackte Zwischenmahlzeit. Da man allerdings der Meinung war, dass ein Diabetiker nur Diätprodukte essen darf, war das Geschrei manchmal groß. Ich weiß nicht, wer Diätschokolade kauft und isst, wir jedenfalls finden sie schrecklich!
Mir persönlich ist auch nicht klar, warum ich eine Haselnusstafel als Diätprodukt kaufen soll, die eine BE hat – wenn das Original ebenfalls eine BE hat und dazu noch schmeckt.
Na ja, meine Tochter hat es überlebt. Prinzipiell hat man es dort ja nur gut gemeint und wusste es nicht besser. Die Berührung, die man dort mit Diabetes hat, beschränkt sich halt auf Typ II, der meist aufs Gewicht achten soll. Die Ärztin hat uns weitestgehend in Ruhe gelassen, meckerte nur über die nächtlichen Messungen, die auf Kosten meiner Gesundheit gingen. Klar, ich stehe nicht zu meinem Vergnügen auf, bin aber der Meinung, dass es sinnvoll ist. Nach Meinung der Ärztin würde man am Morgen ja am Urintest sehen, ob die Werte nachts zu hoch waren. Dementsprechend könne man dann ja die nächste Nachtspritze anpassen. Darüber kann man sich sicherlich streiten. Ich habe da eine andere Meinung und bin nicht besonders erpicht darauf, meine Tochter noch einmal mit einer schweren Hypo mit Bewusstlosigkeit zu finden, für den Fall, dass die Werte mal zu niedrig sind.
Fazit: Ich kann nur jedem empfehlen, eine Kur für sich und das Kind zu beantragen. Je nachdem wie man mit seinem Arzt und dem eigenen Management zufrieden ist, würde ich eine reine Diabetes-Kur wählen oder eine Mutter-und-Kind-Kur. Trotz kleiner Einschränkungen bedeutet es immer eine kleine Entlastung und Erholung.

Christina Büttner (Christina@diabetes-lino.de)

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in Version 00.08.49