Einleitung
-------------
Man ist als Typ-1-Diabetiker immer interessiert an neuen Blutzuckermessgeräten. Da war für mich natürlich die relativ neue Firma “IMACO” mit dem Gerät “Bionano” keine Ausnahme. Ob das Gerät wirklich eine Alternative zu den großen “Marktführer”: Bayer Ascensia, Accu-Chek und Abbott darstellt, soll im folgenden Bericht geklärt werden.
Details in Kurzform
--------------------------
Messzeit: 6 Sekunden
Speicher: 500 Ergebnisse mit Datum und Uhrzeit
AST möglich
Kalibrierung: Plasma-äquivalent
Batterien: 2 x AAA
Vertrieb in Deutschland:
IMACO GmbH
Hauptstraße 27 f
23923 Lüdersdorf
http://www.imaco-gmbh.de
Lieferumfang in der Apotheke
-------------------------------------
Von Haus aus werden folgende Bestandteile mitgeliefert: Zum einen das Messgerät - ist logisch. Neben der Gebrauchsanleitung und dem Etui, erhält der Kunde noch ein Blutzuckertagebuch, Lanzetten, ein “Lanzettiergerät” - ein anderes Wort für eine Stechhilfe - und die dazu gehörende Gebrauchsanweisung. Zusammengefasst ist das die Grundausstattung eines Blutzuckermessgerätes. Nicht mehr und nicht weniger. Nur das Etui ist ein wenig außergewöhnlich. Im hässlichen Grau bekommt der Diabetiker ein Hart-Plaste-Etui, das durchaus mal aus der zweiten Etage eines Hauses fallen kann und - so denke ich - den Inhalt trotzdem schützen würde. Es ist der einzige Grund, weshalb das Set in dieser Kategorie vier von fünf Sterne bekommt.
Optik und Verarbeitung
------------------------------
Wie schon erwähnt ist das Etui zwar sehr nützlich, aber durchaus als hässlich zu bezeichnen. Dem gegenüber ist das Messgerät optisch schon attraktiver. Die weiße Verkleidung fühlt sich gut in der Hand an und das iPod-ähnliche Format sollte in der Öffentlichkeit auch nicht allzusehr auffallen. Das quadratische Display ist gut lesbar und die Bedienelemente - die M und C Taste sowie der Messstreifenauswurf an der Seite - heben sich optisch durch ihre graue Farbe ab. Auf der Rückseite befindet sich das leicht zu öffnende Fach mit den zwei AAA-Batterien. Alles in allen bekommt das Gerät fünf Sterne in den Bereichen Optik und Verarbeitung, da weder am Messgerät noch an der Stechhilfe Verarbeitungsfehler festgestellt werden konnten und die Optik, wie beschreiben, eigentlich ganz ansprechend ist.
Menüführung
-----------------
Das Erste was mich verwirrte war die Standardanzeige, wenn das Gerät deaktiviert ist, sprich wenn es einfach auf dem Schreibtisch liegt. Man kann dann zum einen das Datum, die Uhrzeit, den Batteriestand und die eingestellte Maßeinheit ablesen, soweit so gut, aber man liest auch groß und breit “OFF” auf dem Display. Wozu? Ich weiß doch, dass das Gerät aus ist.
Um den Speicher zu aktivieren, drückt man auf eine der beiden Tasten: “M”. Zeitgleich geht das Licht an. Leider hab ich keine Funktion gefunden, das Licht nur optional zu aktivieren.
Das Einstellungsmenü (SET) erreicht man durch ein längeres Drücken der gleichen Taste. Nach der Einstellung des Datum und der Uhrzeit erreicht man die Alarmfunktion, falls man sich morgens wecken lassen will und die Auswahl zwischen mmol/l und mg/dl zu wechseln.
Zusammenfassend lässt sich das Licht und das akustische Signal bei der Menüführung leider nicht deaktivieren, doch dies ist der einzige Malus, weshalb das Gerät vier Sterne in dieser Kategorie erhält.
Messen
----------
Der Messvorgang ist bei diesem Blutzuckermessgerät genauso unspektakulär wie bei vielen anderen Geräten auf dem Markt. Man nimmt ein Messstreifen aus der Dose, führt ihn am Kopf des Gerätes ein. Zeitgleich geht das Licht im Display an. Mit der Stechhilfe entnimmt man der Fingerkuppe oder einer alternativen Körperstelle und führt das Blut am Kopf des blau-weißen Messstreifen ein. Nach fünf Sekunden wird das Ergebnis angezeigt. Dabei aktiviert sich natürlich wieder das Licht und auch ein Akustiksignal ist wieder zu hören. Beim Test gelang es nicht immer das Blut sofort einziehen zu lassen. Hier ist es ratsam, den Blutstropfen von vorne an die Spitze des Streifens heranzuführen. Dies ist auch der Grund, weshalb das Gerät wieder nur vier Sterne erreichen kann. Es ist nicht für das unauffällige Messen während einer Vorlesung oder Kinovorführung geeignet.
Stechhilfe
-------------
Die Stechhilfe ist zwar nach einem altbekannten Prinzip aufgebaut, das Besondere ist nur, dass sie eine durchsichtige Kappe hat. Die Schmerzfreiheit jedoch ist äußerst gering. Viele Blutentnahmen waren recht schmerzhaft, weshalb ich der Stechhilfe nur zwei Sterne gebe. Dies könnte eventuell an den Lanzetten oder an der aufzuziehenden Feder liegen, was sich jedoch im Anwendertest nicht verifizieren ließ.
Preis
--------
Wie bei vielen anderen neuen Blutzuckermessgeräten ist vor allem der Preis ein Argument, die großen Marktführer zu schlagen. So auch bei dem Bionano: Hier fand ich ein Angebot, bei dem man das Gerät sowie 50 Messstreifen für 11,74 € erhält. Die Testsstreifen an sich fand ich nicht günstiger, auch wenn es wenig Sinn zu machen scheint, jedes Mal ein neues Messgerät zu erhalten. So oder so, kann man dem Gerät nur fünf von fünf Sterne in diesen Bereich geben.
Meinung, Kritik und Fazit
--------------------------------
Es ist schwer das Gerät für Typ-1 oder Typ-2-Diabetiker zu empfehlen. Während das Preisargument vorläufig für die letzteren von Interesse ist, hat das Gerät mehrere Funktionen, die auch von Typ-1-Diabetikern angenommen werden könnten. Ich würde es jedoch nicht nehmen, da mir die Stechhilfe zu schmerzhaft ist und mich die fehlende Deaktivierung des Lichts und des Akustiksignals stören würde, bzw. meine Mitmenschen stören würde.
Die Bewertung ist ebenso schwer, da der Gesamteindruck zwischen drei und vier Sternen liegt. Aufgrund des Preises entscheide ich mich jedoch für eine Aufwertung.
(c) Matze081 (ciao.de dooyoo.de)
Dieser Bericht wurde ebenfalls auf DiabetesIndex.de veröffentlicht.
