Skip to main content

OneTouch VerioPro von LifeScan Erfahrungsbericht

Packungsinhalt:

Image
Das Testgerät kommt werkseitig in einer praktischen Tasche, in die das Messgerät in eine Plastikfassung eingepasst ist (ohne Plastikabdeckung). Es liegen zehn Teststreifen bei sowie eine Stechhilfe mit zehn Lanzetten.

Inbetriebnahme:

Das Gerät verfügt über ein sehr gutes Display. Nach dem ersten Anschalten wird man zunächst sehr übersichtlich und selbsterklärend durch die wichtigsten Menüs, wie Datum und Uhrzeit geführt. Danach fragt das Gerät, ob man nun den Blutzucker messen oder ob man weitere Einstellungen vornehmen möchte. In der Regel reichen bei den weiteren Einstellungen wohl den Allermeisten die Standard-Einstellungen. Danach kann man direkt den Blutzucker bestimmen.

Handling:

Image Das Display ist dauerhaft beleuchtet, wodurch man es allzeit gut lesen kann, allerdings könnte dies zu Lasten der Batterielaufzeit gehen. Das Menü ist sehr intuitiv gehalten. Nach dem Anschalten des Gerätes erscheint in großen Lettern das Datum und die Uhrzeit und darunter kann man Menüpunkte anwählen. Hier gehören wenig intuitive Tastenkombinationen, die man kennen muss um ins Menü zu gelangen, der Vergangenheit an. Als Hauptmenüpunkte werden folgende angeboten: Letztes Ergebnis, Meine Chronik, Trendprotokoll, Einstellungen.

Das Blut wird von der Seite auf den Teststreifen aufgetragen. Das Gerät zeigt nach dem Messen, in Relation zur Größe des Displays, die Werte recht klein an, dafür erlaubt es eine schnelle und intuitive Markierung der Blutzuckerwerte. (zur Verfügung stehen: Nüchtern, vor Mahlzeit, nach Mahlzeit, Schlafenszeit)

Trendprotokoll:

Die Menüpunkte dürften alle selbsterklärend sein, so dass diese hier nicht weiter ausgeführt werden. Besonders ist bei diesem Gerät, dass es ein Trendprotokoll anbietet. Das Trendprotokoll soll dem Anwender helfen Abweichungen vom normoglykämischen Bereich zu erklären.

Beispiel: Der Diabetiker wacht mit einer Unterzuckerung auf. Der Gerät trägt dieses Ereignis als Startpunkt des Trendprotokolls ein und prüft, ob in den vergangenen fünf und in den folgenden Tagen ähnliche Abweichungen auftreten. Hierfür ist eine Karenzzeit von drei Stunden eingetragen. Das Gerät zeigt diese Abweichungen nach unten dann in einer Liste ein, so dass man mit Hilfe des Tagebuches versuchen kann, den Auslöser dieser Abweichung aufzuklären. Dieses Feature dürfte aber nur für Typ-1 Diabetiker interessant sein, bzw. für solche Typ-2 Diabetiker, die häufig Insulin injizieren müssen und keinem starren Spritzplan folgen.

Dies funktioniert auch bei Abweichungen nach oben, dann jedoch nur, wenn man diese Abweichung mit einem Marker markiert. Nur bei hohen Werten vor der Mahlzeit geht dies auch automatisch.

Die Grenzwerte kann man selbstständig in den Einstellungen kontrollieren. Die Standardeinstellungen erkennt eine Hypo als <= 70 mg/dl und eine Hyper als >= 130 mg/dl, was relativ straff ist.

Genauigkeit:

Lifescan setzt sich als Ziel, dass der gemessene Blutzuckerwert in der Regel nicht stärker als 10% von dem tatsächlichen Wert abweichen sollte. Dies soll durch ein völlig neuartiges Teststreifen Design erreicht worden sein, wodurch auch häufige Fehlerquellen reduziert/ausgeschaltet werden. Nach Angaben des Herstellers trifft dies auf Wert von unter 80 mg/dl zu 99,2% zu und auf Werte größer oder gleich 80 mg/dl zu 85,4%. Der Standard ist, dass ein Messgerät maximal 16% von dem tatsächlichen Blutzuckerwert abweichen darf. Im Rahmen dieses Anwendertests können wir dies leider nicht überprüfen.

Ich habe einige Referenzmessungen mit dem Contour Link von Bayer durchgeführt. Die teilweise relativ stark von einander abwichen. Allerdings kann ich nicht bestimmen, welches von beiden näher am tatsächlichen Wert war. BZ-Messgeräte dürfen bis zu 16% vom tatsächlichen Wert abweichen. Wenn ich aber den Trend zu Rate ziehe scheint mir eher das VerioPro genauer zu sein. Da es näher am Trend lag als das ContourLink. Dies ist aber mit Vorsicht zu genießen, da mir Möglichkeiten fehlen, diese These zu überprüfen.

Stechhilfe:

Die Stechhilfe ist nicht überzeugend konzipiert. Sie wirkt recht einfach und ist sehr groß. Das Rädchen zum Einstellen der Einstichtiefe ist direkt an der Stelle, wo man die Stechhilfe auseinanderschraubt, um eine neue Lanzette einzusetzen. So muss man den oberen Teil der Stechhilfe festhalten, wenn man tiefere Einstiche möchte und den unteren Teil, wenn man eine sanftere Einstellung bevorzugt. Dies ist nicht gerade sinnvoll, weil man die Stechhilfe dabei tendenziell jedes Mal auseinander schraubt. Außerdem ist das Rad extrem schwergängig.

Preis:

39,95 Euro für das Gerät und 26,90 Euro für eine Packung à 50 Teststreifen.

Bemerkungen:

+ Das Gerät verwendet zwei AAA-Batterien, die günstig in jedem Supermarkt zu haben sind.
± Das Gerät hat eine Messzeit von fünf Sekunden.
± Es benötigt 0,4 µL.
± Der Messbereich liegt zwischen 20 und 600 mg/dl und ist plasmakalibriert.
- In der Firmware ist ein Bug, im Menü Meine Chronik, Ergebnisprotokoll erscheint die Schaltfläche "Zurück" fälschlicherweise nur als "rück". Dieser Bug ist auch reproduzierbar.

Fazit:

Grundsätzlich war ich sehr zufrieden mit dem Gerät, es lässt sich gut und intuitiv bedienen. Jedoch hat das Contour Link den ultimativen Vorteil, dass es mir die Werte auf die Pumpe schickt, aber sonst wäre es wirklich ein Kandidat für einen dauerhaften Gebrauch. Insbesondere das Menü ist sehr intuitiv, was ich oft bei Messgeräten vermisse.

Nachtrag 06. November 2011: Ohne Frickelei konnte ich das Gerät mit SiDiary nicht auslesen. Es hat zwar einen USB Anschluss, allerdings funktioniert der nur mit besonderen Treibern und selbst damit hatte es bei mir nicht funktioniert. Schade, das ist für mich ein No-go, ich bin der Meinung, dass alle Geräte einfach und über eine USB Lösung auslesbar sein sollten!

Bildquelle: 

Lifescan, Pressemappe zum Start des VerioPro.